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APOLLO UND POSEIDON ERBAUEN STADTMAUERN

Als einst König Laomedon über Troja gebot, kamen Apollo und Poseidon zu ihm. Sie erboten sich, gegen Lohn Stadtmauern zu erbauen. Sie führten ihr Werk glücklich zu Ende, doch verweigerte ihnen Laomedon den Lohn.

Darüber erzürnten beide Götter auf das schwerste, und um den meineidigen Herrscher zu strafen, ließ Apollo eine schwere Seuche hereinbrechen. Damit aber war es noch nicht genug. Poseidon sandte ein Meerungeheuer, das mit einer Sturmflut an Land kam und die Menschen von den Feldern wegfraß. Eine Weissagung verkündete, das Übel werde nur weichen, wenn Laomedon seine Tochter Hesione dem Ungeheuer zum Fräße hingebe. Da ließ Laomedon seine Tochter am Strande an einen Felsen fesseln, und so schien sie schon verloren, als zum Glück Herakles nach Troja kam. Er sah die gefesselte Hesione, und als er erfahren hatte, was das zu bedeuten habe, erbot er sich zur Rettung; doch verlangte er zum Danke die herrlichen Rosse, die einst Geschenke des Zeus gewesen waren. Laomedon nahm sein Anerbieten freudig an, und Herakles wandte sich sogleich gegen das Ungeheuer und erschlug es. Seinen Lohn wollte ihm aber Laomedon nicht gewähren, so daß Herakles voll Zorn das Land verließ und schwor, sich zu rächen.


Quelle: Oskar Ebermann, Sagen der Technik, o. J., S. 84