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SAGEN.at >> Traditionelle Sagen >> Österreich >> Wien >> Von alten Häusern und ihren Namen |
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Der Heidenschuß Als die Türken im Jahre 1529 Wien das erste Mal belagerten, kam die Stadt in harte Bedrängnis. Um die Stadt einzunehmen, gruben die Türken unterirdische Gänge, an deren Enden sie Minen anlegten, um auf diese Weise die Mauern zu zersprengen und sich sodann den Zugang in die Stadt zu verschaffen. Ein unterirdischer Minengang wurde bis zur Freiung gegraben. Einem glücklichen Zufall soll es zu verdanken sein, daß die Stadt dem grauenvollen Schicksal der Einnahme entgangen sei. In einer dieser stürmischen Nächte war der Bäckergehilfe Josef Schulz vor dem Backofen beschäftigt. Da vernahm er vom Keller herauf einen tobenden Lärm. Er ging mit einer Laterne hinab, und das Wort Allah (Gott) drang an sein Ohr. Er horchte an der Kellerwand und wußte, daß hinter der Mauer die Türken waren. Sofort verständigte er den Meister, und mit Hilfe anderer Mitbürger wurde der Keller mit Wasser überschwemmt. Als die Türken die Mauer durchbrachen, vernahm man ein entsetzliches Gebrülle, das dann verstummte. Als die Gefahr vorbei war, fand man im Keller die Leichen der ertrunkenen Türken. So kam das Backhaus auf der Freiung zu dem Namen "Zum Heidenschuß". Das Haus besteht schon längst nicht mehr, aber das Wahrzeichen "Zum Heidenschuß", Ecke Freiung und Strauchgasse, erinnert an die wackere Tat des Bäckergesellen, der damals Wien gerettet hat. * Eine allgemein bekannte und größtenteils noch in Kraft stehende
Tradition versetzt die Entstehung des durch ein am Hause angebrachtes
Steinbild, welches einen reitenden Morgenländer vorstellt, versinnlichten
Namens "Zum Heidenschuß" in die Zeit der ersten Belagerung
Wiens durch die Türken im Jahre 1529. Quelle: Mailly, Anton von, Niederösterreichische
Sagen, Leipzig/Gohlis 1926, S. 96 |