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Die Mädchen im Armensündergässchen

Das "Armensündergässchen" habe seinerzeit im Mittelalter zu einer Richtstatt geführt, heißt es. Und so etwas ist natürlich von Haus aus kein gutes Omen.

Daher sei zum Beispiel einmal eine alte Witwe vor dem Gässchen gestanden - und habe ein kleines Mädchen um Hilfe gebeten, jene möge sie beim Durchgehen stützen. Als sie dann in der Gasse gingen, tauchte noch ein anderer Mann auf - worauf sich die Alte mit dem Mädchen in einen Hauseingang flüchtete. Später erzählte die Greisin dem Kind: Es sei von außerordentlicher Wichtigkeit, immer nur in gerader Anzahl durch dieses Gässchen zu gehen. Wenn eine ungerade Personenzahl durchginge - dann brächte das großes Unglück.

Quelle: Roman Freihsl und Christian Fischer in: Der Standard, 20./21. Juli 2002, bzw. derStandard.at