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SAGEN.at >> Traditionelle Sagen >> Österreich >> Wien >> 20. Bezirk Brigittenau |
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Das Donauweibchen In der Zeit als Wien noch ein ganz kleines Städtchen war und an
der Donau kleine Fischerhütten standen, lebte in einer solchen Behausung
ein alter Fischer mit einem erwachsenen Sohn, die dort ihr Handwerk betrieben,
wobei sie sich mehr auf dem Wasser, als auf dem Land aufhielten. Nur im
Winter, wenn der Donaustrom fest zugefroren war, hausten die beiden Männer
in ihrer Hütte, machten neue Netze oder besserten die alten aus,
setzten ihre Kähne instand und lebten heiter und zufrieden. Dabei
unterhielten sie sich oft von ihren Erlebnissen auf ihren Fischzügen
und der Alte wußte von Wassergeistern und Nixen zu erzählen.
Auf dem Grunde des Donaustromes sei ein großer Glaspalast, in dem
der Donaufürst mit seiner Frau, seinen Söhnen und Töchtern,
den zierlichen Nixen, lebe. Auf großen Tischen stünden umgestülpte
irdene Töpfe, unter denen die Seelen der Ertrunkenen gefangengehalten
werden. Der Neck werde oft als Jäger verkleidet am Stromufer lustwandelnd
im Mondenscheine angetroffen, und man dürfe ihn ja nicht ansprechen,
wenn man nicht sofort von ihm angegriffen und ins Wasser gezogen sein
wolle. Die Nixen seien gar liebliche Mädchen, die aber namentlich
junge Männer durch ihren verführerischen Gesang in den Strom
lockten. Diese Wassergeister kämen sogar in die Tanzstuben und tanzten
bis zum ersten Hahnenschrei. Dann müßten sie aber gleich nach
Hause eilen, sonst würden sie von ihrem Vater, dem Neck, furchtbar
gestraft oder gar getötet. Sei das Donauwasser des Morgens trübe,
so hätten die Nixen Schläge von ihrem Vater bekommen, sei es
aber blutig rot, dann lebten sie gar nicht mehr. Quelle: Die Sagen und Legenden
der Stadt Wien, herausgegeben von Gustav Gugitz, Wien 1952, Nr. 2, S.
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