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Der Sieveringer Sagenkreis
um Karl und Agnes Ein alter Köhler, der einen Baum fällen wollte, verschonte ihn darum, weil er noch so schön war. Da trat eine weißgekleidete Frau zu ihm und sagte:
Darauf verschwand die weiße Frau, und kaum war er zehn Schritte
gegangen, so vernahm er im Gebüsch das Schreien eines Kindes. Er
nahm dieses mit und eilte nach Hause. In der Nacht erschien ihm im Traum
die weiße Frau und beschied ihn zu jenem Baume im Walde. Da die
Frau des Köhlers denselben Traum hatte, so machten sich beide des
Morgens auf den Weg und nahmen das Kind samt ihrem Karl mit. Dort erfuhren
sie von der weißen Frau, daß das Kind Agnes heiße; sie
bat sie, man möge es sorgfältig erziehen, dann werde es ihr
Glück sein.
Dann übergab sie ihm ein Pferd. Schwert und Rüstung. Als er
auf Wien zuritt, begegneten ihm 300 andere Reiter, die er mit sich nahm.
Nach vielen ritterlichen Taten kehrten sie nach Sievering zurück,
doch vor dem Dorfe verschwanden plötzlich seine Gefährten. Karl
ritt in den Wald und legte Schwert und Rüstung bei dem Baume nieder;
sein Pferd aber verschwand. Quelle: Die Sagen und Legenden
der Stadt Wien, herausgegeben von Gustav Gugitz, Wien 1952, Nr. 6, S.10f |