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DAS MÜHLEBACHER SCHLOß

Auf der Waldhöhe ober der Säge in Mühlebach erhob sich vor vielen hundert Jahren das Schloß Siegberg, das durch einen unterirdischen Gang mit dem Oberdorferschloß verbunden war. Die Siegberger, die darin hausten, waren übermütige und hartherzige Ritter, die den Bauern das schönste Vieh wegnahmen. —

Eines abends stand vor dem Schloß ein armer Mann und bat um Einlaß. Der Ritter ließ ihn nicht ein und da verfluchte er Schloß und Ritter. Beide versanken und mit ihnen das goldene Kegelspiel. —

Wer zur rechten Zeit, um Allerseelen oder an Weihnachten dort gräbt, kann den Schatz finden. Wer aber zur unrechten Zeit ihn heben will, den überfallen die bösen Geister und er kommt zu Schaden. Gesichtsausschlag, Fallsucht und Geisteskrankheiten befallen ihn.


Quelle: Walter Weinzierl, Sagen aus Dornbirn, Dornbirn 1968, S. 55