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DAS MÜHLEBACHER PFERD

In Mühlebach wohnte einst ein Bauer mit dessen Pferd es nicht mit rechten Dingen zuging, denn jeden Tag stand es mit gezopftem Schwanz im Stall und war sehr unruhig.

So ging es Woche um Woche, bis es dem Bauern zu dumm wurde. Er verstopfte die Schlüssellöcher, verriegelte die Türen und paßte vor dem Stall. Nichts ereignete sich, doch als er am Morgen den Stall betrat, hatte das Pferd wieder einen gezopften Schwanz.

Als der Bauer den Stall verließ, stand auf der Straße ein Weiblein, das ihn inständig bat, er möge sie erlösen. Der Bauer wußte nicht, was tun. Da sagte die Hexe, er solle in die Kirche gehen, Weihwasser holen und damit den Stall besprengen. Das tat der Bauer. Seitdem geschah dem Pferd nichts mehr und die Hexe war erlöst.


Quelle: Walter Weinzierl, Sagen aus Dornbirn, Dornbirn 1968, S. 69