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DIE KEHLEGGER HEXE SCHADET KINDERN UND KÜHEN

„Wenn die Kehlegger Hexe kommt und sich etwas ausleihen will, gib ihr nichts", sagte ein Oberdorfer Wirt zu seiner Schwiegertochter. Nicht lange danach kam die Hexe und bat um Maiskörner zum anpflanzen. Die junge Frau wies sie ab mit dem Bemerken, sie hätten nur noch wenige Körner und bräuchten sie selber.

Kaum war die Hexe gegangen, fing das kleine Kind erbärmlich an zu schreien und konnte kein Wasser mehr lassen. Es schrie und weinte ohne Unterbrechung. Und als die Kühe gemolken wurden, gaben sie viel weniger Milch als gewöhnlich. „Das hat die Kehlegger Hexe uns angetan", meinte der Wirt, nahm Weihwasser und besprengte damit das Kind und die Kühe. Da hörte das Kind auf zu schreien und konnte wieder Wasser machen und auch die Kühe gaben wieder die gewöhnliche Menge Milch.


Quelle: Walter Weinzierl, Sagen aus Dornbirn, Dornbirn 1968, S. 67