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DIE ARMEN SEELEN IRRLICHTERN IM RIED
(aus Dr. F. J. Vonbuns Sagen, nach Dr. Spiegels Aufzeichnung)

Wenn man nachts durchs Ried fährt, sieht man in der sumpfigen Ebene kleine Lichter hin- und herwandern, welche die Gelehrten Irrlichter nennen. Es sind arme Seelen, die noch nicht zur Ruhe gekommen und in dieser Gestalt wandeln müssen. Verbannt aus der Nähe des Menschen, den sie offenbar fliehen, sobald er sich nähert, haben sie im nebelfeuchten Riedlande einen traurigen Aufenthalt. Gewöhnlich dauert die Strafe eines Irrlichtes nicht gar zu lange. Wenn man durch mehrere Jahre an einer Stelle einen „Brenner" gesehen, so bleibt er plötzlich aus und erscheint nicht mehr; der liebe Gott hat ihn eingehen lassen zur ewigen Ruhe. Auch kann man den Brenner wegbeten, weil er durchs Gebet erlöst wird.


Quelle: Walter Weinzierl, Sagen aus Dornbirn, Dornbirn 1968, S. 26