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DIE BRAUT IM PESTWAGEN

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, leisteten viele Dornbirner Kriegsdienste, unter ihnen auch ein Thurnher aus Hatlerdorf, der 1628 in die Heimat zurückkehrte, gerade als die Pest in Dornbirn am ärgsten wütete. Im Hatlerdorf angekommen, begegnete ihm der Pestwagen und er fragte den Fuhrmann, wen er in seinem Wagen fahre. Der gab ihm zur Antwort: „Tote vom Hatlerdorf!" Da bat ihn der Soldat, den Wagen zu öffnen, und der Fuhrmann war ihm zu willen. Unter den Toten erkannte Thurnher seine Braut, meinte, daß noch Leben in ihr wäre, zog sie heraus und trug sie auf dem Rücken in sein Vaterhaus. Als er mit seiner traurigen Bürde dahinschritt, kam des Weges ein altes Männlein und riet ihm, seine Braut mit Stroh abzureiben. Und siehe das Mittel half und die Braut wurde wieder gesund.


Quelle: Walter Weinzierl, Sagen aus Dornbirn, Dornbirn 1968, S. 82