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PRAZALANZ

Auf dem Wege von Bludenz ins Tal Montavon erscheint nicht weit von Lorüns eine grüne Halde von gleichmäßiger Senkung, gekrönt von der kleinen Kirche St. Anton. Darum heißt sie im Volksmund Santantöner Alma. Auf dieser Alma soll in uralter Zeit eine Stadt gestanden haben namens Prazalanz, und im Lauf der Zeit soll sie überschüttet worden sein.

Nach einem Bericht sei einmal der Pfarrer der Stadt Prazalanz traurig vor dem Pfarrhof gesessen, während die Einwohner unmäßig und frech sich der Tanzwut hingaben. Da habe das Hündlein des Pfarrers angefangen zu winseln und hin und wider zu laufen. So habe es zuletzt seinen Herrn bewogen, aus der Stadt hinauszugehen. Hinter seinem Rücken habe der Berg die sündige Stadt begraben. - Andere erzählen, es bitten die Bewohner von Prazalanz mit dem herrlichsten Weizenbrot ihren frevelhaften Mutwillen getrieben. Geißhirten hätten vor dem Untergang der üppigen Stadt öfter vergebens auf den überhängenden Berg hingewiesen.

Quelle: Die Sagen Vorarlbergs. Mit Beiträgen aus Liechtenstein, Franz Josef Vonbun, Nr. 155, Seite 130