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DER DOGGISTEIN

Vom Doggi erzählt man auch, daß es nachts durch das Schlüsselloch in Schlafgemächer schleiche, sich über Kinder lege und an ihnen zu saugen versuche, so daß die Brustwarzen der armen Geschöpfe am Morgen rot und ganz geschwollen aussehen. Besonders aber in Ställe kommt es, saugt an den Kitzlein und zieht größeren Geißen die Milch bis auf den letzten Tropfen aus den Eutern. Ein Feuerstahl um den Hals des Kindes oder des Kitzleins gehängt, sichert diese gegen die Gewalt des Doggi. Wenn man die Geiß durch einen sogenannten Doggistein melkt, so ist sie für immer vor dem Doggi sicher. Der Stein ist von mäßiger Größe, plattrund und hat in der Mitte ein rundes Loch; gefunden wird er nur von einem Glückskinde.


Quelle: Die Sagen Vorarlbergs. Mit Beiträgen aus Liechtenstein, Franz Josef Vonbun, Nr. 194, Seite 148