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DIE AMEISE

Als der Fuchs einmal heimkam, fand er in der Höhle einen haarigen, grausligen Fengg liegen und furchtbar schnarchen. In seinem Schrecken ging Reineke zum Bären und bat ihn inständig, er möchte ihm doch den zottligen Kerl aus dem Haus schaffen. Der Bär tat ihm den Willen und sie gingen zur Fuchshöhle. Als aber der Fengg aufwachte und den Bären wild anschnarrte: Flieh oder ich friß dich!", da verlor Meister Petz den Mut und trottete brummend wieder von dannen. In seiner Not wandte sich der Fuchs an Isegrim, den Wolf, dem erging es aber an der Fuchshöhle um kein Haar besser als dem Bären. Da hatte endlich eine rote Ameise Erbarmnis mit dem ratlosen Fuchs. Sie kroch unvermerkt in die Höhle, postierte sich in den krusligen Haaren von des Fenggen Hinterquartier und fing an, derart zu krabbeln und zappeln, zu beißen und zu zwicken und mitunter auch noch einen scharfen Saft herumzuspritzen, daß dem Fengg unbehaglich wurde, er sich hin und her wälzte und schließlich winselnd davonsprang.

Quelle: Die Sagen Vorarlbergs. Mit Beiträgen aus Liechtenstein, Franz Josef Vonbun, Nr. 179, Seite 140