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DER ZIMPER

Die Zimba, der mächtige Felsengipfel, der sich im Sarotlatal bei Brand erhebt, heißt in der Sprache des Volkes auch Zimper. Über den Namen geht diese Sage: Ein Jäger aus Brand kletterte der Jagd halber an den Abhängen des Zimpers herum und verstieg sich soweit, daß er die höchste Spitze erreichte. Freude und Schrecken überfielen ihn. Er freute sich, der erste zu sein, der den Berg erstiegen habe. Er erschrak, als er an das Niedersteigen dachte und in dem verwitterten Gestein den rostigen Lauf eines Stutzens entdeckte, auf dem die Worte eingraviert waren: "Johannes Zimper hier gestorben." Beim Abstieg kam es unserem Jäger zugute, daß ein heißer Sommertag war. Er schnitt sich mit dem Messer Wunden in die Fußsohlen, damit das triefende Blut auf den warmen Steinen klebe und ihn vor dem Ausgleiten und dem sicheren Tod bewahre.


Quelle: Die Sagen Vorarlbergs. Mit Beiträgen aus Liechtenstein, Franz Josef Vonbun, Nr. 127, Seite 114