|
SAGEN.at >> Traditionelle Sagen >> Österreich >> Vorarlberg >> Walgau |
|
|
DER SCHIMMELREITER
Im Ried zwischen Bludesch und Schlins tut es geisten. Oft hört man erzählen vom "Schümmelrieter"; das sei ein Mann in schwarzem Mantel und dreieckigem Hut, in den Händen halte er einen Brief und reite das Ried auf und ab, aus und ein, aber nur zu gewissen Zeiten, und nur wenige besondere Leute sehen ihn. In dem Brief steht das ungerechte Urteil, das vor uraltem in einer Streitsache gefällt wurde. Bludesch und Schlins lagen lange im Hader wegen einer Waldung, ohne daß der Handel zum Austrag kam. Da stellte sich der Zwingherr, der auf dem Schloß Blumenegg hauste, auf die Seite der Bludescher, bestach den Richter, und die Schlinser verloren den Prozeß bei Butz und Stiel. Seit der Zeit muß der gewissenlose Zwingherr von Blumenegg als Schimmelreiter umgehen auf dem Ried zwischen dem Schlinser und Bludescher Hölzle.
|