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DER MANN AUF SALUNDI

In der Bürser Alp Salundi, im innern Walgau, geht nach Kreuzerhöhung ein geisterhafter Mann um. Ein Jäger traf ihn einmal mitten im Winter. Es war ein großer schwarzer Mann in einer Futterschlutte, einen blappeten Hut auf dem Kopf und einen Mietsack voll Salz und Kleie um den Leib. Schlotternd und zitternd wankte er der Deihja zu und wimmerte kläglich: "Tschuderi, hu, mi frürt!" Als der Jäger fragte, was er um diese Zeit noch im Salundi schaffe, seufzte der Mann und sagte: "Ich muß den armen Leuten das Vieh mietnen, den reichen hab ich es schon gemietnet.


Quelle: Die Sagen Vorarlbergs. Mit Beiträgen aus Liechtenstein, Franz Josef Vonbun, Nr. 125, Seite 113