293. Uf Vals hot's Bütz

Die Alpe Vals ist im Gamperdonatal. Noch heute ist der Spruch gang und gäbe:

"Uf Vals hot's Bütz und das hot's."

Ein Hirt wettete einmal um eine weiße Geiß, er getraue sich, nach der Alpabfahrt ganz allein eine Nacht in der Sennhütte auf Vals zu bleiben. Er nahm einen fünfspurigen Hund und eine geweihte Kerze und legte sich auf die Pritsche. In der Nacht klopfte es auf einmal gewaltig an der Kellertür. Der Hirt erschrak und zündete die Kerze an. Es klopfte ein zweites Mal. Dem Hirt standen die Haare zu Berg und er faßte den Hund am Halsband. Als es zum drittenmal klopfte, wagte er zu fragen: „Wer ist im Keller drinnen?" Da antwortete eine fürchterliche Stimme:

 

"Hättest du nicht den Hund, der beißt,
und ein Feuer, so heiß —
ich wollte dich lehren, verdienen die Geiß."

Jetzt verlor der Mann den Mut und sprang davon.

Quelle: Im Sagenwald, Neue Sagen aus Vorarlberg, Richard Beitl, 1953, Nr. 293, S. 169