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575. Keine Spur im Schnee

Es ging einmal ein Meiggi bei Schneewetter von der Galthütte heraus. Als sie zur Kardatscher Hütte kam, sah sie ein Weiblein in altertümlichem Haß dort heraus und zu einem hohlen Stein hingehen. Es hatte einen Eimer in der Hand. Dann schritt es wieder zur Hütte zurück. Als das Meiggi hinkam, war niemand drinnen und im Schnee sah man keine Spur. — Das Weiblein ist oft dort gesehen worden. Es sei eine Sennin, die habe einem Manne zwei Ferkel verbrannt. Bei dem hohlen Stein sei der Schwikroma (Stall) gewesen.

Quelle: Im Sagenwald, Neue Sagen aus Vorarlberg, Richard Beitl, 1953, Nr. 575, S. 303