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561. Mit dem Säbel gegen den Butz

In einem Haus im Pfand ist es vor alten Zeiten gar nicht richtig gewesen. Zu Nacht hat es in der Kammer droben geknutscht und gerumpelt auf alle Weis und Art. Ein Soldat, der in Urlaub war, hat das Ding erfahren und hat gesagt, er wolle den Butz aus dem Haus tun. Er kommt mit seinem Säbel, geht auf die Kammer hinauf und jagt den Butz heraus. Da flieht der Butz in die Stube abhin, der Soldat jagt ihn aber ins Gaden hinein, von dort in die Küche und von dort ins Vorhaus. Und allemal, wenn er ihn aus einem Zimmer draußen gehabt hat, hat er mit dem Säbel ein Kreuz in den Türschweller geschlagen. Und im Vorhaus hat er da so den Butz ganz hinaus getrieben. Dort hat ihm der noch gewunken, aber der Soldat ist ihm nicht nach. Von Stund an hat man in dem Haus nichts mehr gehört.

Quelle: Im Sagenwald, Neue Sagen aus Vorarlberg, Richard Beitl, 1953, Nr. 561, S. 297f