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520. Der Goldsknopf

In dem Hause im Grüth am Wege von Tschagguns nach Schruns, wo der Sander hauste, wohnte ein Mann, den man den Goldsknopf nannte. Er hat als Maurer in Frankreich einmal einen Hafen mit Gold gefunden, den Schatz behalten und dann in seiner Heimat in Saus und Braus gelebt. Nach seinem Tode aber mußte er butzen und tat so wüst im Haus, daß man es nicht mehr ausholten konnte. Endlich fanden sich zwei Kapuziner, die es übernahmen, ihn in den Lünersee zu bannen. Die Großmutter Marianne Keßler hat es von Leuten gehört, die es selbst als Kinder gesehen hatten: ein Kapuziner ging voraus, an einem straff gespannten Strick ziehend, der andere hintendrein, beide lesend und schwitzend.

Quelle: Im Sagenwald, Neue Sagen aus Vorarlberg, Richard Beitl, 1953, Nr. 520, S. 280f