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571. Im Ganifer

Im Ganifer soll es zuzeiten nicht ganz kauscher sein. Die alte Stasi kam einmal über Zeines her und blieb in der Hütte übernacht. Bald erwachte sie vom Schlaf und sah eine sennen, die brachte ihr Schleg-milch und Bolma. Die Stasi aß davon und fand es gut. Da verschwand die Sennin. — An einem Sonntag war unter der Meß eine Magd bei einem kleinen Kind allein daheim geblieben. Da kam ein großer, schwarzer Hund, schaute zum Kind in die Wiege hinein und verschwand dann wieder. — Einmal übernachtete ein Mann dort oben. Da jauchzte es auf dem Berg und gleich darauf jauchzte es zum Gadenfenster herein. — Es ist auch oft ein schwarzer Mann gesehen worden, der über die Wiesen hinaufging. — Zwei Schwabenkinder kamen im Herbst heim von Käppi und schauten zuerst durchs Fenster in die Stube. Da lag ein großer, schwarzer Hund drinnen unter dem Tisch und glaarte sie an. Die Kinder liefen erschrocken davon und noch weit im Wald droben getrauten sie sich nicht umzusehen.

Quelle: Im Sagenwald, Neue Sagen aus Vorarlberg, Richard Beitl, 1953, Nr. 571, S. 301