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545. Ohne Gäbili

Auf einem Gargellner Maisäß kam ein Weible in die Stube, als die Leute eben am Essen waren, und setzte sich auf eine Bank. Es hatte eine Bortenjuppe an, die gefroren war, und schaute ihnen zu. Da kamen die Leute um eine Gabel zu streiten und jetzt sagte das Weible: „Ich könnt' des Köchli (Mehlschmarren) essa ohne Gäbili." Weil dann aber niemand ein Wort zu ihm sagte, stand es auf und ging; gleich darauf hörte man es anderthalb Stunden weit fort in der Alpe droben jauchzen.

Quelle: Im Sagenwald, Neue Sagen aus Vorarlberg, Richard Beitl, 1953, Nr. 545, S. 292