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464. Der Dreizehnte

In Vandans hatten zwölf Buben verabredet, bei Nacht neu verheirateten Eheleuten "Schäriwärd" oder Katzenmusik zu machen. Sie hatten Schellen, Holzdeuchel und andere Instrumente mit auf dem Schibakopf. Als sie schellten und in die Deuchel brüllten, stand einer ein Stück weiter von ihnen und machte den ärgsten Lärm. Als sie wissen wollten, wer es sei, sahen sie, daß er der Dreizehnte war und keinen Kopf hatte. Er ging dann dem Mustergieltobel und der Schloßwand zu. Sie haben sich da weiter nicht getraut nachzugehen und sprangen nach Hause. Sechs Tage lang konnten sie nicht mehr laut sprechen.

Quelle: Im Sagenwald, Neue Sagen aus Vorarlberg, Richard Beitl, 1953, Nr. 464, S. 257f