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VOM FRAUENSTEIN

Zwischen Kropfbühl und Unterastlen, im Stinker genannt, wohnten vor Zeiten wilde Fräulein. Sie hatten sich dort eine neun Stufen tiefe Höhle gegraben. Auch hatten sie einen eigenen Stein, auf dem sie sich sehen ließen und der deshalb Frauenstein hieß. Man sah sie oft auf demselben sitzen, wie sie ihre blonden Haare kämmten und schöne Lieder sangen. Nahte sich ihnen ein Mensch, so zogen sie sich schnell in ihre Höhle zurück. Ebenso hausten auch zwischen dem Franzenhaus (bei Huben) und Plategg wilde Fräulein. (Ötzthal.)

Frauenstein, Längenfeld, Tirol © Volker Höllrigl

Frauenstein, Längenfeld, Ötztal
© Volker Höllrigl, 13. März 2004


Quelle: Sagen aus Tirol, Gesammelt und herausgegeben von Ignaz V. Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 67, Seite 44