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Vom Pfarrer Meringer Im Romedikirchlein, das in der Nähe des uralten Schlosses Thaur steht, hängt unter Glas und Rahmen ein Brett mit einer eingebrannten Hand. Darober ist ein Wappen mit dem Spruche: "Mein Hoffnung stet in Gott im Leben und im Tod 1697" und dabei die Inschrift: "Der Hoch Ehrwirdige Hochgelehrt herr Görg Magister Meringer Pfarrherr zu Thaur, auch herr Dechent zu Figen in vonderinnthall."
Darunter sagt eine Urkunde:
Rechts von der Kirchenthüre hängt das Bild des stattlichen Herrn, von dem sich das Volk folgendes erzählt: "Der Pfarrer Meringer war ein gelehrter, frommer und mildthätiger Herr, der unter anderm auch das uralte Peterskirchlein im J. 1648 neu herstellen ließ. Sehr gerne gieng er mit dem oben genannten Einsiedler um. Nach seinem Tode klopfte es in stiller Nacht an das Fenster des Eremitage und der Frater Josue sah zum größten Staunen seinen verstorbenen Freund davor stehen, de bittend sprach: "Ich habe aus Versehen drei h. Messen, deren Stipendien ich eingenommen habe, zu lesen vergessen und muß deßhalben schrecklich büßen. Sorge, daß die h. messen gelesen werden, und hilf mir mit Beten, Fasten und Kasteien die Strafe abkürzen. Sieh nur, wie sehr ich brenne."
Da langte auf Begehr des büßenden Geistes der Einsiedler den Deckel einer Blumenschachtel hinaus. Wie der Pfarrer seine Hand darauf legte, zischte es und ihr Mal ward dem Holze eingebrannt. Der Einsiedel kam der Bitte des Freundes nach und erfüllte alle Wünsche desselben. Nach einem Jahre erschien ihm der Geist ganz weiß und glänzend und sprach: "Ich bin durch deine Hilfe nun erlöst. Gott vergelte es dir!" Darauf war er gleich wieder verschwunden. Der Einsiedel starb nach wenigen Tagen gottselig und der Wunsch des erlösten Pfarrers war so in Erfüllung gegangen. (Thaur. Schützenzeitung 1868 Nr. 116.)
Quelle: Sagen, Märchen und Gebräuche aus Tirol, Gesammelt und herausgegeben von Ignaz Vinzenz Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 429, Seite 246. |