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DIE ZWEI STEINE

Auf den Ambraser Feldern liegen zwei Steine, von denen schon der Tiroler Landreim berichtet:


"Ain Wunder mueß ich euch sagen
So sich begeben vor alten Tagen.
Herzog Sigmundt gar lobeleich,
Von Osterreich der Fürst miltreich,
Der het ain gwaltig springendes Pferdt,
Davon jederman vil Wunders hert;
Zwischen Innsprugg und dem Dorf Ambras
Auf weitem Feld geschah das,
Darauf setzt er ain edlen Knaben,
Ließ ihn damit uber's Feld traben,
Zu versuechen, was doch das Pfert kunt
Zu laufen und springen gar runt.
Also kam's unversehen dar
An ain Graben, der gar weit war,
Im Hui gab es sich in den Sprung
Wol mit dem edlen Knaben jung,
Ubersprang den Graben gewaltiglich
Vierzig Werchschuech, ist war sicherlich.
Die Warhait mueß man verjehen,
Der die zwen Stain hat gesehen,
So drumb gsetzt und gemessen ab,
Drob pliben baid, das Pfert und der Knab."


Quelle: Sagen aus Tirol, Gesammelt und herausgegeben von Ignaz V. Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 976, Seite 557