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DIE WILDE FAHRT

Fräulein Katharina von A * * hörte, als sie noch ein Mädchen war und bei ihren Eltern in der oberen Sillgasse wohnte, einmal zur Nachtzeit ein furchtbares Lärmen und Treiben auf der Gasse. Es war gerade so, als ob ein großer Jagdtzug vorüberzöge. Sie faßte sich ein Herz und gieng an's Fenster. Da sah sie, daß die ganze Sillgasse voll Jäger war, die zu Fuß und zu Roß dahersprengten. Zahlreiche Rudel von Jagdthunden liefen bellend und heulend zwischendrein. Unter schrecklichem Gejohle und Geschrei fuhr das Gejaid blitzschnell von dannen, als ob es zerstoben wäre. (Innsbruck.)


Quelle: Sagen aus Tirol, Gesammelt und herausgegeben von Ignaz V. Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 11, Seite 6