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DAS VENEDIGER MÄNNLEIN IN REITH

Der See in Reith hat einen unterirdischen Abfluß. Einmal schwoll der See an und das Dorf kam in große Gefahr, weil das Wasser nicht abfloß, und Niemand wußte zu helfen. Da suchte man weit und breit nach einem Venediger Männlein und endlich fand man eines, das den See abzuleiten versprach. Es tauchte zweimal in die Tiefe, jedoch vergebens. Das Volk sagt: "alle guten Dinge sind drei", und deßhalb versuchte es zum dritten Mal seine Aufgabe zu erfüllen. Es tauchte unter und kam mit einer todten Gans zurück, die vom Strudel ergriffen worden war und die kleine Öffnung des Abflusses verstopft hatte. Der See sank nun rasch und Dorf und Kirche waren gerettet.

Ansicht von Reith bei Seefeld
Ansicht von Reith bei Seefeld
Mittels der Kirchturm der Pfarrkirche St. Nikolaus, ein Saalbau des 19. Jh.

© Berit Mrugalska, 13. September 2004


Man erzählt auch eine alte Sage, daß an einem St. Peterstage, - man feiert an diesem Tag das Patrocinium - die Kirche einstürzen oder versinken und alle Beter zu Grunde gehen werden. Es ist dies schon früher einmal geschehen. Denn eine alte Pfarrkirche ist ganz und gar versunken und nur die heutige Eilfuhrglocke wurde gerettet. (Bei Reith.)

Quelle: Sagen aus Tirol, Gesammelt und herausgegeben von Ignaz V. Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 162, Seite 99