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DAS HEIDENFRÄULEIN

In alter Zeit sah ein Hirtenbub in den "reichen Feldern" auf hohem Felsvorsprung ein wunderschönes Fräulein sitzen und ihre goldgelben Haare kämmen. Sie rief, wie er verwundert emporschaute, zu ihm herab, er solle die Krämpe seines Hutes aufstülpen. Der Bub gehorchte. Da sah er plötzlich, als wäre der Berg von klarsten Glase, wie sich tief innen das Gold in hellschimmernden Adern und Massen lagerte. Als er den Hut herabstülpte, war alles verschwunden. Das Fräulein war ein Heidenfräulein. (Alpbach.)


Quelle: Sagen aus Tirol, Gesammelt und herausgegeben von Ignaz V. Zingerle, Innsbruck 1891, Nr. 529, Seite 299