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SANKT PANKRAZBERG Jetzt aber auf zum Kirchlein von "Kleinboden", das dem heiligen Pankrazius geweiht ist. Es steht auf einem Schuttkegel knapp vor der Einmündung des Finsingtals und hat folgende Entstehungsgeschichte: Vor langer Zeit ist an diesem Ort nach Silber gegraben worden. Das taube Gestein wurde ein Stück weit vom Stolleneingang zu einem Haufen geschüttet, der sich bald zu einem mächtigen Hügel türmte. Als nach einigen Jahren den Leuten die Ausbeute zu gering wurde, stellten sie das Graben ein und mauerten den Stolleneingang zu. Davor errichteten sie dem Herrgott zum Dank eine kleine hölzerne Kapelle. Die ist aber nicht lang gestanden, denn in einer Gewitternacht gingen Muren ab, eine davon riss die Kapelle mit. Der Stolleneingang lag am nächsten Morgen aber wieder frei da.
Da meinten die Leute, dass sie vielleicht doch zu früh aufgegeben hätten, und begannen von neuem mit den Grabungen. Und wirklich, als sie tiefer kamen, trat pures Silber zutage. Viele Jahre hindurch förderten sie nun das wertvolle Erz und brachten es zu Reichtum und Wohlstand. Einmal aber geht jede Glückssträhne zu Ende, und so wurde der Stollen abermals zugemauert, diesmal für immer. Die Stelle ist heute noch zu sehen.
Obwohl die Leute durch den Bergsegen steinreich geworden
waren, vergaßen sie den Herrgott nicht. Eine Kapelle freilich wäre
ihnen jetzt zu armselig vorgekommen, darum bauten sie eine richtige Kirche,
und zwar auf der Kuppe der Geröllhalde, damit das Gotteshaus vor
künftigen Muren sicher sei.
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