Habt ihr gehört vom Petereck?
Im Wippthal [Wipptal] liegt der grüne Fleck,
Mit vielen armen Seelen;
Was dort die bleichen Geister thun [tun]
Weiß Jeder hier, ich will es nun
Für And're auch erzählen.
Der Junggesell', der Hagestolz,
Sind meistens von dem gleichen Holz,
Oft graue Sünder beide;
Wenn nun der Tod ihr Auge bricht.
Folgt alsogleich das Bußgericht,
Den Moosjungfern 1) zur Freude
Nach Petereck heißt's - marsch! geschwind!
Zum Steinböck salzen, kalt im Wind
Durch Schnee und Kluft' und Blöcke.
Sie salzen rastlos Tag und Nacht,
Daß ihnen schier der Rücken kracht.
Und finden keine Böcke.
Die Andern müssen.
Stund für Stund
(Erlaubt mir, das ist doch zu rund),
Denkt! Beerameisen ringeln, 2)
Da wird abreistet und geklagt.
Die Geister werden ganz verzagt.
Mit diesen kleinen Schlingeln.
Die Dritten müssen fort und fort
Stets Nebel schöbern rund im Ort,
Das heißt, zu Häufen rechen.
Schlieft dann die Sonn' vom Wolkenhaus,
Hui! fährt der Nebel wieder aus:
Da möcht' ein's Herz fast brechen.
Und d' Vierten sind wohl arme Tröpf'
Sie senken dessperat die Köpf',
Die müssen Linsen linen 3)
Ein Klafter hoch, ein Klafter breit.
Und lin'ten sie in Ewigkeit
Sie können doch nicht dienen.
Die Fünften thun die ärgste Buß',
Die Jungg'sell'n die zum Ueberfluß [Überfluß]
Mit schlechten Sitten g'handelt.
Die müssen schwarzen Gänsekoth [Gänsekot]
Zerkau'n, bis sich's - o Schand und Spott, -
In weißes Wachs "verwandelt.
O Petereck! o Petereck!
Da hilft nichts mehr vom grünen Fleck,
Nicht Beicht, nicht Reu', nicht beten!
Ihr Junggesellen frei't, ja frei't,
Laßt's Fensterln geh'n, noch ist es Zeit,
Sonst kann kein Mensch euch retten.