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Eine Belagerung Schrofensteins Die Sage erzählt uns von dem mächtigen Rittergeschlechte der Schrofensteiner, daß die ersten Sprossen dieses Geschlechtes sich durch Herzensgute, Frömmigkeit und Edelmut auszeichneten und ein Hort der Witwen und Waisen gewesen sein sollen. Durch diese Tugenden sollen sie sich aber den Neid der umliegenden Ritter zugezogen haben und wurden von ihnen belagert. Ein solcher Schrofensteiner Ritter zeichnete sich durch besondere Tapferkeit und Biedersinn aus und wurde aus Groll ebenfalls belagert. Hiebei stürmten sie vergeblich die Veste und sperrten alle Zugänge dahin ab. In der Burg selbst war kein Brunnen und die Insassen litten bald großen Mangel an Wasser. In dieser trostlose Lage begab sich der edle Ritter in einer Nacht in die Burgkapelle und betete vor einem Marienbilde voll Vertrauen.
waren die Schlußworte seines Gebetes. In der Nacht erschien ihm eine Frau in himmlischer Schönheit und meldete ihm:
Der Ritter erwachte aus dem schönen Traume, begab sich mit einigen
Mannen sogleich an die bezeichnete Stelle, ließ nachgraben und nach
kurzer Zeit sprudelte eine reichliche Quelle hervor. Alles labte sich
und der alte Etschländer im großen Fasse wurde nicht weniger.
Der Feind mußte unverrichteter Sache wieder abziehen. Heute ist
an dieser Stelle bemerkbar, daß ehemals wirklich eine Quelle geflossen
sein muß, die aber sich in dem Kalktuf verloren haben wird. Quelle: Zit. nach Burgen, Schlösser, Ruinen in Nord- und Osttirol, Beatrix u. Egon Pinzer, Innsbruck 1996, S. 44, aus: Der Sammler, Blätter für tirolische Heimatkunde und Heimatschutz. |