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Die arme Seele und die Rösser Eine seltsame Geschichte trug sich auch beim Kapellbauer in einer heiligen Nacht zu. Nach der Stallarbeit und dem Abendessen ging der Bauer mit der Räucherpfanne in der die geweihten Kräuter und der Weihrauch lagen und dem „Weichbrunnkessel“ durch alle Räume und Ställe und ums Haus, um alles auszuräuchern und zu segnen, damit kein Unheil über das Haus kommen möge. Das ist bei uns so Brauch in den Rauhnächten. Inzwischen waren die Frauen in der Küche fertig und man kniete sich an der Bank nieder um den Rosenkranz zu beten, wie es am Hl. Abend üblich ist. Vor Mitternacht zog man sich dann warm an um zur Christmette zu gehen, einer aber musste zu Hause bleiben um auf die Kinder und eben auf Haus und Hof aufzupassen, denn in den Rauhnächten trieben sich ja laut Erzählungen wilde Gestalten durch die finstere Nacht. Als die Kirchgänger nach Hause kamen, fragte der Bauer den Knecht, welcher Wache gehalten hatte, ob etwas passiert sei. Dieser verneinte und sagte nur, dass der Wind ziemlich heftig an den Fensterlädern gerüttelt und mit lautem Heulen ums Haus gezogen sei. Der Bauer war beruhigt und man ging ins Bett, denn man musste ja gleich wieder raus um Stallarbeiten zu verrichten. Quelle: Die Sammlung der Waidringer Sagen wurde im August 2007 von Herrn Viktor Olivier und dem Tourismusverband PillerseeTal zur Verfügung gestellt.
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