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Der Maistalpudel

Zwischen Hauserbauer und Weindlwagner befindet sich das Maistal und das dazugehörige Bacherl. Vor langer Zeit als es noch keine asphaltierten Straßen gab und nur Karrenwege bestanden, war der Kapell-Bühel für die Fuhrwerke immer eine Herausforderung. Er war steil und schwer zu befahren, sodass beim Vorderkapell eine Rast eingelegt werden musste, bevor es durch das sumpfige Gebiet zum Hauserhäusl-Bichl ging. Von diesem Stück Weg stammt die Erzählung vom „Maistalpudel“. Fuhrleute erzählten, wenn sie nachts auf dem Weg waren, sahen sie manchmal ein schwarzes, zotteliges Wesen, das vom Maistalgraben heraufkam, hinter ihnen herlief und beim Hauserbauer wieder verschwand. Sie konnten aber nie genau sagen, was es ist, denn so nahe kam es ihnen nicht, aber sie waren immer heilfroh, wenn sie die Hauserkapelle erreichten um sich mit Weihwasser zu bekreuzigen.

Eines Tages aber gingen zwei Einheimische vom Dorf nach Hause, wo sie beim Wirt Karten gespielt und getrunken hatten, ins Reiterdörfl. Es war eine stürmische, dunkle Winternacht. Als sie hinterm Bachmeier Richtung Vorderkapell gingen, drehte sich einer um und sah dass ein schwarzer Wuzel hinter ihnen daherkam und er schrie: „Steff, lauf der Maistalpudel ist hinter uns her“ und sie liefen Richtung Vorderkapell. Der Wuzel hinter ihnen aber war schneller und sauste an ihnen vorbei. Da erkannten sie, dass es nur ein dürrer Christbaum war, den der Wind vor sich hertrieb und ihre Erleichterung war groß.

Und so entstanden die verschiedenen Geschichten vom Maistalpudel usw. und ob es ihn auch heute noch gibt? Man weiß es nicht so genau....

Quelle: Die Sammlung der Waidringer Sagen wurde im August 2007 von Herrn Viktor Olivier und dem Tourismusverband PillerseeTal zur Verfügung gestellt.