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Die Tagwildnis

Ein ganz ähnliches Gewelke ist die Tagwildnis, nur daß sie, wie schon ihr Name sagt, bei hellem Tage ihr Unwesen treibt und mäuschenstill daherkommt. Da man von ihr gar nie etwas zu sehen bekommt, so ist es schwer ihr auszuweichen. Wenn man aber die Gnade hat, bemerkt man doch einen gewissen bösen Wind, der ihr vorausgeht, und wird dadurch gewarnt. Merkt einer aber dieses Zeichen nicht und begegnet der Tagwildnis, so wird er augenblicklich vom Teufel derart besessen, daß ihn nur der Pfarrer von Fließ oder der Grundner Buggl [Christian Grundner, ehemaliger Pfarrer von Gschnitz] wieder austreiben konnte.


Quelle: Die Tagwildnis, Dörler, Tiroler Teufelsglaube, ZfVk. 9, 1899, 367 zit. nach Will-Erich Peuckert, Ostalpensagen, Berlin 1963, Nr. 242, S. 134