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Das Kirchenzeug des Nonnenklosters

Unterhalb des Küchelberges, am Wege zum Garanhof zur Thaurer Schloßruine, dem sogenannten "Fürstenweg", liegt die "Fürstenweglak", eine sumpfige Quelle, die oberhalb des Weges entspringt und unterhalb desselben einen kleinen, während des Hochsommers austrocknenden Sumpf bildet. In diese Lake versenkten die Nonnen vom Magdalenaklösterchen bei Rum, bevor sie ins Bergtal übersiedelten, viel kostbares Kirchenzeug und zwar vermutlich in den Sumpf unterhalb des Weges. Man grub dort tiefe Löcher, konnte aber nichts finden.

In eines derselben ließ man einst den Leid Franz an einem Seil hinunter. Da kamen plötzlich die Geister hervor und alles stob entsetzt auseinander. Der arme Leitl aber hing am Seil und hatte furchtbare Angst auszustehen, bis ihn endlich einer, als alles wieder ruhig geworden war, herauszog. Der Bursche bekam jedoch infolge des Schreckens die Auszehrung und starb in jungen Jahren.

Quelle: Das Kirchenzeug des Nonnenklosters, F. Dörler, Schätze und Schatzhüter in Tirol: ZfVk. 4, 1898, 227f zit. nach Will-Erich Peuckert, Ostalpensagen, Berlin 1963, Nr. 338, S. 178f