SCHLOß HIRSCHBERG BEI UMHAUSEN

Am Bergabhange talauswärts von Umhausen in der Nähe des Weilers Roßlach stand im Mittelalter ein Schloß, das seinen Namen vom Grafengeschlecht Hirschberg erhielt. Heute noch nennen die Leute ein Haus im genannten Weiler Turm"; in dessen nächster Nähe sei das Schloß Hirschberg gestanden. Über das Schloß weiß die Sage nichts zu melden, nur dessen trauriges Ende lebt im Volksmunde fort. Einer der Murbrüche, die in Umhausen schon oft großen Schaden angerichtet haben, soll das Schloß gänzlich zerstört haben. Im rauhen Bichl", einer kleinen, bewaldeten Kuppe, die einer Insel gleich mitten in den Wiesen zehn Minuten außerhalb des Dorfes liegt, sollen die Überreste der einst stolzen Burg begraben liegen. Unter ihren Schätzen soll auch ein Silber-glöcklein liegen, das einst im Schloßturm gehangen sei. Die Eisentüre, die heute in der Sakristei der Umhausener Pfarrkirche steht, soll ein gerettetes Überbleibsel aus dem Schlosse sein. Wie die Pfarrchronik sagt, stammt diese Eisentüre aus dem alten Widum, der im Unglücksjahre 1762 mit 64 anderen Häusern ein Opfer der Mure wurde.

Falkner, Christian, Sagen aus dem Ötztal, in: Ötztaler Buch (= Schlern-Schriften 229), Innsbruck 1963, S. 159
aus: Sagen und Geschichten aus den Ötztaler Alpen, Ötztal-Archiv, Innsbruck 1997