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DIE FEICHTENHEXE Im Ötztal trieben in alter Zeit Zauberinnen ihr Unwesen. Da war einmal eine Bauerndirn unglücklich verliebt und bat eine dieser Frauen um Hilfe. Das Mädchen erhielt einen Zaubertrank und gewann damit seinen Liebsten, einen reichen Bauernsohn. Aber das Glück währte nur kurze Zeit; wenige Tage vor der Hochzeit glitt der Bräutigam in steilen Felswänden aus und stürzte zu Tode. Grenzenlos war die Verzweiflung der Braut, die nun wieder zur Zauberin flüchtete und sich in die Geheimnisse ihrer Kunst einweihen ließ. Sie übertraf bald ihre Meisterin in allen Hexereien und Teufelein. Sie konnte nicht nur Wetter machen, sondern verhexte auch das Vieh, sodaß es in die Tiefe stürzte, neckte Burschen auf dem Weg zum Heimgart, sprang den arglosen Wanderern als Katze auf den Rücken oder rollte als schwarze Kugel vor ihren Füßen her. Das teuflische Weib führte Kinder im Wald irre und trieb unzählige tückische Bosheiten, sodaß die Bevölkerung des Tales sich keinen Rat mehr wußte. Paulin, Karl, Die schönsten Sagen aus Tirol, Innsbruck 1948, S. 180 f.
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