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DIE TEUFELSPLATTE

Auf dem Wege von Ötz zum Pipurger See steht ein Marterl, das von einem Unglück erzählt. In der Nähe dieser Bildsäule sieht man eine Steinplatte, auf der hintereinander ein Gais-, ein Kuh- und ein Menschenfuß eingedrückt erscheinen. Damit hat es, wie erzählt wird folgende Bewandtnis: Da sei einmal ein reicher Geizkragen den Weg hinaufgegangen. Er war halbbetrunken. Als er zu jener Stelle kam, wo die Bildsäule steht, sprang auf einmal der leibhaftige Teufel über jene Steinplatte herunter, packte den Geizhals mit eisernen Krallen und schleuderte ihn in den tiefen, schaurigen Abgrund über die Felsen hinab. Die Fußabdrücke auf der Steinplatte aber hat der Teufel hinterlassen zum unverwüstlichen Andenken für geizige Leute.

Falkner, Christian, Sagen aus dem Ötztal, in: Ötztaler Buch (= Schlern-Schriften 229), Innsbruck 1963, S. 169 f.
aus: Sagen und Geschichten aus den Ötztaler Alpen, Ötztal-Archiv, Innsbruck 1997