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Das Sonnwendfeuerl Sonnwend ist die schönste Zeit im Sommer. Die Tage sind lang, die Arbeit ist hart, in der Natur ist alles in üppiger Schönheit und Pracht. Und wenn Sonnwend ist, dann brennen auf den Bergen die Sonnwendfeuer. So ist Brauch und Sitte seit urdenklichen Zeiten.
Auf der Burg Kaps ging vor langer Zeit zur Sonnwendzeit ein Sonnwendgeistl in der Gestalt eines kleines Feuerleins um. Jahr für Jahr konnte man etliche Tage vor Sonnwend und etliche Tage nachher ein kleines Feuerl um die Burg wandern sehen. Man wußte nicht, woher es kam und konnte auch nicht beobachten, wohin es entschwand. Etliche glaubten, ein verstorbener Ritter von Kaps treibe sein Unwesen, andere wieder deuteten es als Unglückszeichen aus. Da kam in einem Sommer einmal ein Ritter aus einem fernen Lande als Gast auf die Burg Kaps. Man erzählte ihm auch von diesem Sonnwendgeistl. Auf diese Erzählung hin beschloß der fremde Ritter, zu bleiben, bis er dieses Geistl beobachten könne. Es kam Sonnwend. Als der Gast das Feuerl sah, sagte er: "Nehmt einen geweihten Palm und Weihenpfinztageier (Gründonnerstageier), und legt sie vor die Burg. Durch diese Mittel kann der Geist erlöst werden." Der Rat des Gastes wurde befolgt und das Sonnwendfeuerl sah man seither
nie mehr. Quelle: Anton Schipflinger in: Kitzbühler Nachrichten
1939, Nr. 43, S. 6. |