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DIE FRIEDRICHSLINDE Als Herzog Friedrich mit der leeren Tasche als Flüchtling durch das Land irrte, übernachtete er im Weiler Toblaten beim Adelshofer (heute Toblaten Nr. 4). Bevor er am nächsten Morgen weiterzog, pflanzte er eine Linde. Heute noch wird der Baum allgemein die Friedrichslinde genannt. Die Kammer, in der der Herzog geschlafen haben soll, wird noch gezeigt.
Der Adelshof in Toblaten
Im Frühjahr 1416 schlich er als Flüchtling durch sein Land. Aufschreibungen erwähnen, daß er sich im Flaurlinger Widum versteckt habe, dann ins hinterste Ötztal geflüchtet sei, die Ferner überstiegen habe und dann noch längere Zeit im Etschtal umhergeirrt sei. Es wird als erwiesen angenommen, daß Friedrich in Flaurling übernachtet hat. Vielfach wird nun bezweifelt, daß er auch in Toblaten eine Nacht verbracht habe, denn die Entfernung zwischen Toblaten und Flaurling ist für einen Flüchtenden zu kurz.186 Dazu ist zu sagen: Sicher wird ein Flüchtling das Bestreben haben,
täglich große Wegstrecken zurückzulegen. Aber können
Unwetter, Übermüdung, Unsicherheit und ähnliches nicht
den besten Plan zunichte machen? Inzing gehörte damals zur Flaurlinger
Pfarre. Gewiß wurden auch bedeutende und bemerkenswerte Ereignisse
in Inzing in der Flaurlinger Pfarrchronik vermerkt. Sind nun diese Eintragungen
wirklich so klar und einwandfrei, daß man annehmen muß, daß
der Herzog in Flaurling und nicht in Toblaten übernachtet hat?
© Ernst Pisch.
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