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Vogelfängerlied aus Innsbruck

Die Bewohner von Hötting und St. Nikolaus waren seit alten Zeiten als Vogelfänger berühmt und sie machten früher, als dieser Sport noch nicht verboten war, ein förmliches Gewerbe daraus. Ein eigenes Lied, das als ihr Bundesgesang betrachtet werden muß, sei hier angeführt, weil es eine Charakteristik der Gesamtbewohnerschaft bildet und vom kulturhistorischen Standpunkte aus höchst interessant ist:

Alli Buab'n, alli au und außer aus die Bötter
Morg'n giahn miar Vögelfoch'n, es werd jo' s schönsti Wötter.

Refrain: Ziwui, Ziwui, Ziwui, Ziwui,
Ziwui, Ziwui, Ziwuija, Wutzi, Wutza,
Wutzi, wutza, es schlogt scho holbi Druja.

Und alle Buab'n, alle au und außer wia die Gschbenster,
Daner geht zum Grießer hin und kopft ihm an die Fenster.

Refrain:

Allo, Longer, mach ddi au mit deini starren Haxxen,
Pack die Locker alli ein, i trog dir ja die Kraxen.

Refrain:

Jetzt, glabi, sein mir all beinad bis afn Joßl Bliind,
Der ist no gwiß von Henneläus und werd no allweil schindn.

Refrain:

Jetzt, glavi, sein mir all beinand bis afn Stertzn Mauser,
Der ist no gwiß a Fraggele trinkn umi zum Angele hauser.

Refrain:

Buab'n, heint müaßen mir aui giahn nisn Rastlbodn,
Heint fochn miar sie grob dutzendweis, der Gugu soll mi holn.

Refrain:

Und olli, Buab'n, frisch durchau gegn an Brandlschrofn,
Und zündetz enkri Pfeifen un und rachts als wie a Ofn.

Refrain:

Teuxl, Buab'n, heunt isch kalt, i mach heunt gor ka Pratzl,
Jaggele, geah du vorun, machs Fiur un afn Platzl.

Refrain:

Buab'n, steckts den Garggn au und a di Gipfeltuatn,
Do unten in der Birchnstaudn toan zwoa Gimpl bruatn.

Refrain:

Und wennnur koaner hängen tat, von Herzen tat i lochn,
Weil in Freitig gstrittn hobs wögen an Leim unmochn.

Refrain:

Losts (hört), was der olti Grießer sogt, miar solltn hoamgiahn Öss'n,
Weils Elfer_Meßl a no geaht, beileiba nit vergößn.

Refrain:

Buab'n iatz pack' miar zama (zusamm), es scheint scho stark di Sunnen,
Der Leim afn großen Garggn isch scho ganz derunnen.

Refrain:

Buab'n, packts di Locker glei alli unterr d'Arm,
Do enten übern Titschbrunnen, do kömman zwoa Schandarm.

Refrain:

Der alte Toßl isch vorunna bei der großen Birchen,
Wenns nit woadler (schneller) nachher gehts, versamen miar zlöscht nos Kirchen.

Refrain:

I glab, as Dutzend zwanzig Nötsch (Kreuzer), dös können miar köck verlongen,
Wenn in Suntig a Wötter isch, giahn miar wieder fongen.

Refrain:

Wenn inSuntig a Wötter isch, dann tiats enk zeitig richten,
Wenn di Sunn a bisl scheint, machen miar di bösten Schichten.

Refrain:

Quelle: Das Mittelgebirge der nördlichen Kalkalpen, Kette Innsbrucks und Maria-Brunn vormals "Hungerburg", Innsbruck 1908, S. 28 ff