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Die Sieben Schläfer

Eine christliche Abwandlung des alten, schon im Heidentum bekannten Motivs des Schläfers, der aufwacht und die Welt verändert findet. Verchristlicht wahrscheinlich im 5. Jahrhundert in Ephesus. Theodosius II. von Byzanz (408 - 450 n. Chr.) scheint den Siebenschläfern eine Kirche erbaut zu haben, die dann durch lange Zeit eifrig besucht wurde.

Die Sieben Schläfer Höhle in der Schloßkapelle Mentelberg zur Schmerzhaften Mutter
Die Sieben Schläfer Höhle in der "Schloßkapelle Mentelberg zur
Schmerzhaften Mutter" (ugs. "Maria auf der Gallwiese")
© Berit Mrugalska, 1. Mai 2004

 

Inhalt der christlichen Legende:

Kaiser Decius, der Christenverfolger (249 - 251 n. Chr.) kommt nach Ephesus, lässt Christen grausam hinrichten, findet sieben Jünglinge von adeliger Herkunft und gibt ihnen Zeit zur Überlegung, ob sie abfallen wollten, bis er wiederkäme. (Ihre Namen werden verschieden angegeben, die ältere Form scheint zu sein: Achilles, Diomedes, Eugenius, Stephanus, Probatus, Sabbatius, Quiriakus).

Sie ziehen sich zum Gebet in eine Höhle auf dem Berg Cheileton zurück, wo sie einschlafen. Decius findet sie so und lässt die Höhle zumauern. Nach ca. zwei Jahrhunderten, als Ephesus längst christlich geworden war, wollte ein reicher Landbesitzer die Höhle aufmachen und zu einem Stall umbauen lassen. Die Sieben erwachen und meinen, nur eine nach geschlafen zu haben. Einer von ihnen geht in die Stadt, wundert sich über die Kirchen und die Kreuze darauf, und will etwas kaufen. Aber seine Münze ist aus der Zeit des Decius, was allmählich auf des Wunderbare Sachverhaltes führt. Bischof und Stadtpräfekt gehen zur Höhle und finden die anderen sechs, sowie die Inschrift, welche ein Christ außen an die Höhle hat anbringen lassen, worin die Namen und das Martyrium verzeichnet war. Dann sterben die Sieben, sie werden in der Grotte beigesetzt und eine große Kirche bei ihrem Grab errichtet.

Detailaufnahme der Sieben SchläferDetailaufnahme der Sieben Schläfer
Detailaufnahmen der Sieben Schläfer,
barocke Schnitzfiguren
© Berit Mrugalska, 1. Mai 2004


Votivtafel zur Schmerzensmutter und den hl. Siebenschläfern, April 1962
Votivtafel zur Schmerzensmutter und den hl. Siebenschläfern, April 1962
"Schloßkapelle Mentelberg zur Schmerzhaften Mutter"
© Berit Mrugalska, 1. Mai 2004

 

Quelle: Tafel bei der "Sieben-Schläfer-Grotte" in der Wallfahrtskirche "Schloßkapelle Mentelberg zur Schmerzhaften Mutter" (ugs. "Maria auf der Gallwiese")