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Die Almabfahrt der Kasermandln [Das Höttinger Kasermanndl]
Niemandem ist es zu rathen, das Manndl zu beobachten, denn einer, der es sehen wollte und an jenem Abend zum offenen Fenster hinausschaute, kam nut mit über und über geschwollenem Kopfe davon, obwohl er das Manndl nicht einmal zu Gesicht bekommen hatte. Ein Höttinger Bauer wollte es von der Tenne aus beobachten und schaute
zu einem kleinen Loche, das er sich in einen Balken gebohrt hatte, hinaus.
Als das Kasermanndl kam, schlug es einen Zapfen hinein, der nun im Auge
des Neugierigen steckte. Vergebens versuchte er denselben wieder herauszubringen.
Zum allgemeinen Gespötte mußte er ihn ein ganzes Jahr lang
im Gesichte zur Schau tragen, bis ihn das Kasermanndl, als sich der Bauer
im folgenden Jahre um dieselbe Zeit abermals dort hinstellte, wieder herauszog. Quelle: Sagen aus Innsbruck's Umgebung, mit besonderer Berücksichtigung des Zillerthales. Gesammelt und herausgegeben von Adolf Ferdinand Dörler, Innsbruck 1895, Nr. 25/3. |