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DER "WORGLAR"

Bei hellem Mondenschein wollte einst ein Völser spät abends von Innsbruck nach Hause gehen. Wie er nicht mehr weit von seinem Heimatörtchen entfernt war, sah er auf einmal einen "Worglar" vor sich hergleiten und konnte nun mit dem besten Willen nicht mehr den geraden Weg weiter verfolgen, sondern war bald im Wald drinnen, dann wieder beim Inn unten, kurz, er hatte die Herrschaft über sich selbst verloren und mußte nur immer dem verwünschten Ballen nachlaufen. Erst als nach einigen Stunden das Aveläuten ertönte, war der Hexenspuk verschwunden. Abgehetzt und todmüde konnte jetzt endlich der Gefoppte sein Heim erreichen.

Quelle: Sagen aus Innsbruck's Umgebung, mit besonderer Berücksichtigung des Zillerthales. Gesammelt und herausgegeben von Adolf Ferdinand Dörler, Innsbruck 1895, Seite 112