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DER SCHATZ AUF DER HOHENBURG

Im Schloßhügel von Hohenburg bei Igls nächst Innsbruck liegt schon seit uralter Zeit ein Schatz verborgen, der hat früher manchmal als hoch auflodernde Flamme "geblüht".

Einmal waren die Leute in der heiligen Nacht in die Christmette nach Igls gegangen, und nur ein altes Weib war in dem Bauernhause bei der Hohenburg zurückgeblieben. Auf einmal sah die Alte das ganze Schloß erleuchtet. Weil ihr das Licht ausgegangen war und sie das Feuerzeug nicht finden konnte, so ging sie zum Schlosse hinüber, um von dort Feuer zu holen.

Sie kam in ein Zimmer und sah eine Frau vor einem Kohlenfeuer sitzen. Sie bat die Frau um Licht, diese lächelte freundlich und trug der Alten auf, die Schürze auszubreiten. Die Bäuerin tat es, und nun griff die Frau in die glühenden Kohlen und warf der Alten ein paar in die Schürze. Das Weib erschrak heftig und schüttete die Glut wieder aus, weil sie fürchtete, daß ihre Schürze verbrenne.

Da seufzte die Frau tief auf und sagte: "Hättest du die Kohlen nach Hause getragen, so wären sie zu Gold geworden und ich wäre erlöst." Darauf wurde es wieder finster, und das Weib ging traurig heim.

Schloß Hohenburg in Igls
Schloß Hohenburg, auf kleiner Anhöhe
erste urkundl. Erwähnung 1345, 1620 verfallen und ab 1877 Wiederaufbau,
bei dem der Treppenturm angefügt wurde.
Vgl. Dehio-Tirol, 1980, S. 133.
© Berit Mrugalska, 30. Juni 2004


Quelle: Götter- und Heldensagen, Genf 1996, Seite 592