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Der Teufel wetzt Sensen Es war vor Jahren ein Bauer bei Trens, dessen Hof links im Tale droben
steht und den sich mancher Christenmensch angeschaut hat als besondere
Rarität. Dieser Bauer verstand "das Sensen wetzen Der arme Teufel droben aber wetzte wie wahnsinnig, und galig (jählings)
machte er eine Breankn (Gesicht) als wenn er "an Enzianwurz vaschluckt
hatt'", und wetzte drauflos, daß die Klumen (Funken) links
und rechts übers Dach achi (hinunter) flogen. Und alle wetzte er,
und als er fertig war, flog er wie ein fuiriger Drach' übers Tal
gegen das Hexenjoch, wo er vermutlich seinen Zorn über das Bäuerl
ausgelassen hat. Als dieses Bäuerlein tot war, hat es ein anderer
Trenser probiert, der hat aber vor Schreck die Seges (Sense) fallen lassen,
statt sie recht couragiert dem Teufelsschwanz in seine Krallenpratzen
zu geben, und den hat der Teufel durchputzt - "hat'n beim Gnack [Genick]
durch d' Luft tragn". Quelle: Deutsche Alpensagen. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Wien 1861, Nr. 311. |