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KLAUBAUF KURBUR

Im Dorfe Hötting spukt der Klaubauf, wird aber dort vom Volke nicht anders als Kurbur genannt. Er wohnt in der "Höttinger Klamm", welche ein furchtbares Felsgeklüft ist. An einer Stelle neigen sich die Felsen über den zwischen ihnen hindurchziehenden Weg im Bogen gegeneinander, wie ein gothisches Gewölbe, so daß der Weg ganz dunkel wird. Dieser Engpaß führt den seltsamen Namen "die Hundskirche". Der Klaubauf ist dort außerordentlich gefürchtet, besonders von der Kinderwelt, die einen Reim auf ihn hat, der sein Wesen und Wirken in schlagender Kürze bezeichnet. Dieser Reim lautet:


"Kurbur aus der Klamm
Frißt d'Bub'n und d'Madl z'samm."


In dieser Höttinger Klamm saß im Otternloch eine dämonische Spinne, die spann einst siebzehn Geisen auf einmal ein, und saugte deren Blut aus.


Quelle: Mythen und Sagen Tirols. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Zürich 1857, Nr. 18, Seite 75