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Das beste Gebet Im Dorfe Heiterwang, eine Stunde von Reutte entfernt, lebte ein armer
junger Geißhirt. Er war sehr fromm erzogen, daher betete er vor
jeder Kapelle oder vor jedem Marterl das Vaterunser. Er machte es aber
gewöhnlich so: Er nahm seinen mit Waldblumen gezierten Hut vom Kopf,
warf die etlichen Blumen hinein und betete in den Hut hinein die Vaterunser;
schnell vermehrten sich die Blumen, und er betete fort, bis der Hut voll
wurde; dann schloß er das Gebet mit den Worten "und für
das ganze himmlische G'schwader", leerte ihn vor der geweihten Schwelle
aus, und da sah er, wie die armen Seelen um Blumen fast rauften. Quelle: Deutsche Alpensagen. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Wien 1861, Nr. 149 Siehe auch Das beste Gebet (Allgäu)
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