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St. Eusebius

Auf dem Viktorsberge bei Feldkirch, der seinen Namen vom heiligen Viktor trägt, stand einst eine Curia oder Villa regia mit einem Jagdschlosse, auf welchem Karl der Dicke gern verweilte. Sein Beichtvater war ein frommer Mönch aus Schottland, namens Eusebius, der es dahin zu bringen wußte, daß der ganze Berg mit Wald, Wunn und Weid dem Kloster zu St. Gallen vom Kaiser geschenkt wurde.

Meßopfer des heiligen Eusebius © Berit Mrugalska
Meßopfer des heiligen Eusebius, Wandbild der Pfarrkirche Viktorsberg
erste Hälfte 17. Jahrhunderts, Vgl. DEHIO-Vorarlberg 1983, S. 403
Eusebius vom Viktorsberg auch Eusebius von Rankweil gen. wurde im
9. Jh. in Irland (!) geboren u. verstarb am 31. Januar 844 in Vorarlberg.
Das Bistum St. Gallen gedenkt seiner am 30. Januar.
© Berit Mrugalska, 16. Oktober 2005

Eusebius zog sich in die Einsamkeit zurück, in welcher er fünfzig Jahre als Klausner gelebt haben soll, stets bemüht, die Anwohner und Neuankömmlinge zum Christenglauben zu bekehren. Einst aber ging er nach dem nahen "Brederis", entschlummerte ermüdet an einem Rasenhügel, und da hieben ihm einige Heiden den Kopf mit einer Sense ab. Der fromme und bald heiliggesprochene Märtyrer aber erhob sich und trug sein Haupt wie einst St. Dionysius die Wegstunde hinauf in das Kirchlein nach Viktorsberg; die Mörder aber wurden alsbald von der Erde verschlungen.

Am Platze der Untat steht jetzt bei Brederis im offenen Felde die kleine St.-Annen-Kapelle.

Quelle: Deutsche Alpensagen. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Wien 1861, Nr. 219.